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Das Wappen von Hanau

Das Rathaus in Hanau

Das Wappen von Hanau Das Rathaus in Hanau
Einwohner: 88.294 Fläche: 77 km²
Postleitzahl: 63450 Website ansehen

 

Die Geschichte der Stadt Hanau ist reich an tiefgreifenden Begebenheiten und besonderen Ereignissen. So feierte Hanau im Jahr 1997 das 400ste Jubiläum der Gründung der Neustadt Hanau und der Wallonisch-Niederländischen Gemeinde. Durch den hier gezeigten politischen Weitblick und als Vorbild für vergleichbare Gründungen in ganz Deutschland war dies ein Ereignis von europäischem Rang. Am 1. Juni 1597 wurde der Vertrag, die "Capitulation", vom Landesherrn Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg unterzeichnet. Hierdurch fanden calvinistisch reformierte Flüchtlinge aus den spanischen Niederlanden und Nord-Frankreich eine neue weltliche und geistliche Heimat.

Den Gründern der Neustadt wurde genehmigt, sich vor den Toren der (Alt-) Stadt Hanau anzusiedeln und eine eigene Stadt zu erbauen. Beide Städte bestanden jahrhundertlang selbstverwaltet nebeneinander. Die Befestigungsanlagen zwischen den Städten wurden erst im Jahre 1767 geschleift, die Verwaltungen schließlich um 1833 zusammengelegt.

Ein städtebauliches Novum ist die sehr früh in Deutschland planmäßig angelegte Stadt. Weitere sollten folgen, wie z.B. Mannheim 1606, Erlangen - Neustadt 1686 und auch Neu-Isenburg 1699. Grundschema für die Neustadt Hanau ist ein rationales Rechteckraster von Straßen und Baublöcken, umgeben von einem Bastionsstern. Zwei der mittleren Plankarrees bleiben von Bebauung frei und bilden den Markplatz und den Kirchplatz, auf dem die Wallonisch-Niederländische Kirche erbaut wurde.

Die Zweisprachigkeit der neuen Gemeinde erforderte ungewöhnliche Lösungen, um das Gemeinschaftsgefühl zu bestärken. Eine zwischen 1600 und 1608 erbaute Doppelkirche, steht durch ihre bauliche Verbindung für alle sichtbar als Symbol der religiösen Gemeinsamkeit der Neubürger. Die den Neubürgern gewährten Freiheiten waren wegweisend; die Wahlbestimmungen von Stadt und Kirche in ihrer demokratischen Ordnung der Zeit weit voraus.

Kunst, Kultur und Wirtschaft entwickelten sich zu europaweit hoch angesehenen Sparten. Beispielhaft sei hier genannt die Gründung der ersten deutschen Fayencemanufaktur 1661 (Hanauer Fayencen), die prägende frühe Stillebenmalerei sowie die Silber- bzw. Goldschmiedekunst. Meisterhafte Exponate sind im Museum Hanau - Schloss Philippsruhe zu sehen.

Rasch entstanden in der Hanauer Neustadt zahlreiche Manufakturen, die vor allem Luxusgüter für die Höfe Europas herstellten: Posamentierer, Strumpfwirker, Handschuhmacher, Tuchweber, Hutmacher, Gold- und Silberschmiede, Teppichwirker begründeten Hanaus Ruf.

Die verkehrsgünstige Lage der Stadt an internationalen Handelswegen und nahe der Frankfurter Messe machte den Handel leicht. Freilich auch das Privileg der Gewerbefreiheit (in Frankfurt/Main erst 250 Jahre später), welches zusammen mit steuerlichen Erleichterungen und der Befreiung von Bürgerpflichten den Neustadtbürgern gewährt wurde.

Bereits im 16. Jahrhundert hat ein weitblickender Hanauer Graf gezeigt, was Wirtschaftsförderung zur rechten Zeit und mit rechten Mitteln bewirken kann. 1597 wurden die Grundlagen für Hanaus Entwicklung zum Industriestandort geschaffen - mit Auswirkungen auf die wirtschaftliche Prosperität bis zum heutigen Tag.

Die Tradition, innovative Ideen und Know-how in diese Stadt zu bringen und hier zu ihrem Wohl zu verwurzeln wird mit gemeinsamen Anstrengungen von Stadt, ihren Bürgern und Unternehmen bis in heutige Tage fortgeführt.

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