| Interessantes zu Sagehorn |
Da Sagehorn zu der Gemeinde Oyten gehört, gebe ich hier die Informationen über die Gemeinde Oyten wieder. Seit über 6000 Jahren lebten bereits Menschen in der Gegend des heutigen Oytens. Sesshaft wurden sie allerdings erst in der Jungsteinzeit (etwa 4000 v. Chr. bis 1600 v. Chr.). Es ist bekannt, dass vor dem 5. Jahrhundert Sachsen im Raum Oyten ansässig waren, sie wanderten dann aber nach England aus. Jedoch kamen einige wieder zurück und gaben dem Ort möglicherweise seinen Namen: Oyten kommt von dem englischen hoit=heigh=hoch: Es ist der hochgelegene Ort. In der Einwohnerschaft hingegen ist verbreitet, dass der Name von dem Bach "Eiter" stammt. Im Plattdeutschen wird die Gemeinde noch heute " Eiten " genannt. In der ersten urkundlichen Erwähnung des Erzbischofs Hartwig von Bremen hieß es Oiten. Im Jahre 1204 schrieb sich der Ort "Oita". Damals war hier Herrmann von Uphusen Lehnsmann des Grafen von Wölpe und besaß zu "Oythe" ein Gut. Leichter sind die Namen der Ortsteile zu bestimmen. Bassen hieß um 787 " Bicinia ". Das Wort ist slawischen Ursprungs und bedeutet Ochsenbach. Sagehorn leitet sich ab von Segge = Riedgras/Binse und Horn = Ecke/Spitze. Bockhorst steht für Buchenhorst oder Buchenwald. Schaphusen – interessanterweise findet sich diese plattdeutsche Schreibform auf jeder modernen Karte; hingegen heißt es auf einer Karte des 18. Jahrhunderts Schafhausen. Der zweite Wortteil –hausen steht für Ort – also: Ort, um den herum die Schafhaltung eine besondere Rolle spielte. Meyerdamm und Oyterdamm sind dagegen relativ junge Ortsteile. Ihre Namen bezeichnen einen realen Hintergrund. Weil sich ein Herr Meyer aus Achim, seines Zeichens Amtmann in dem Nachbarort, sehr tatkräftig für die Urbarmachung und Besiedlung der Moorkolonie einsetzte, wurde ihm zu Ehren das Dorf Meyerdamm genannt. Oyterdamm ist einfach der Damm, der Bremen mit Oyten verbindet. Die ursprünglich den Verkehrsweg meinende Bezeichnung wandelte sich mit der Höfegründung zum Ortsnamen Oyterdamm. Zur Zeit Barbarossas führte Heinrich der Löwe, der Sachsenherzog, Kämpfe mit dem Bistum Bremen, die wahrscheinlich auch Oyten in Mitleidenschaft gezogen haben. Hartwig, aus dem Geschlecht der Stader, machte sich besonders verdient um die Besiedlung der Brüche links der Weser, auch das Horner Bruch rechts der Weser wurde von ihm unter Heranholung von Holländern kolonisiert. Diese Unternehmungen mögen sich auch bis Oyten ausgewirkt haben. Ritterbesitzungen hat es außer auf dem Gut des Grafen von Wölpe hier nicht gegeben. Frei lebten die Bauern auf ihren Höfen, nur den Zehnten entrichteten sie dem Bremer Paulskloster. Die Ackerflur war allmählich in Privatbesitz übergegangen; es herrschte jedoch Flurzwang. Die Dreifelderwirtschaft war gang und gäbe. Der Graf von Stade war Träger der richterlichen Gewalt und übte sie an den alten Dingstätten aus. Diese war für Oyten durch die Jahrhunderte das Gogericht Achim, das sich bis ins 19. Jahrhundert hinein erhalten hatte. Etwa 1550 fand die Reformation in Oyten Eingang. Im Dreißigjährigen Krieg war Oyten zeitweise durch Tilly besetzt gewesen; aber schon im Jahre 1631 wurden das Erzstift Bremen und das Stift Verden durch den Einzug der Schweden von den katholischen Truppen befreit. 1638 rückte der kaiserliche General Gallas in das niedersächsische Gebiet ein, er besetzte Verden und bemächtigte sich des Kirchspiels Achim. In Quelkhorn ließen die marodischen Söldner ihrer wilden Lust freien Lauf. Oyten hat allerdings weniger gelitten: Von 15 Bauernhöfen und 11 Kötnerstellen waren noch 12 Bauernhöfe und 3 Kötnerstellen übrig geblieben, während Bassen von 11 Bauernhöfen und 16 Kötnerstellen nur 3, bzw. 5 übrig behalten hatte. Der Westfälische Friede brachte die Bistümer Bremen und Verden unter schwedische Herrschaft. In dem Krieg, den bald darauf der Bischof von Münster mit Schweden führte, hatte Oyten wieder zu leiden; hinzu kam die Pest, die um 1712 von Stade nach Achim eingeschleppt wurde. Während dieser Zeit wurde auf dem höchsten Platz des Dorfes eine Kapelle erbaut; er heißt bis auf den heutigen Tag "Kapellenberg". Jeden vierten Sonntag hielt der Achimer Pastor hier Gottesdienst ab. Um 1780 besaß Oyten, das damals noch zum Kirchspiel Achim gehörte, eine Schule. Wann sie gebaut wurde, ist nicht festzustellen. Im Jahre 1786 brach in Oyten ein großes Feuer aus. Neben zahlreichen Häusern ging auch die Kapelle auf dem Kapellenberg in Flammen auf, woraufhin hier ein Glockenstuhl errichtet wurde. 1804 sowie 1806 bis 1810 stand Oyten wieder unter französischer Herrschaft. |





