Interessantes zu Warwe

Das Wappen von Stuhr

Fachwerk in Fahrenhorst

Das Wappen der Gemeinde Stuhr Fachwerk in Fahrenhorst
Einwohner: 1.327 (Fahrenhorst) Fläche: 82 km² (Stuhr)
Postleitzahl: 28816 Website ansehen

 

Warwe gehört mit Feine zu dem Ortsteil Fahrenhorst, der wiederum der Gemeinde Stuhr angegliedert ist. Fahrenhorst entstand - folgt man den Ausführungen der Chronisten - erst im 16. Jahrhundert. Feine wurde urkundlich bereits 1201 mit drei zum Kloster Heiligenrode gehörenden Höfen erwähnt. Der Ortsteil Fahrenhorst gehörte bis in die jüngere Vergangenheit zum Kirchspiel Barrien und im früheren Amt Syke auch zur Geestvogtei Barrien.

Die folgenden Informationen sind über die Gemeinde Stuhr.

Wie viele andere niedersächsischen Gemeinden ist die Gemeinde Stuhr in ihrer heutigen Abgrenzung am 01.03.1974 im Rahmen der niedersächsischen Gebiets- und Gemeindereform geschaffen worden. Die ehemals selbständigen Gemeinden Stuhr, Brinkum, Seckenhausen, Fahrenhorst, Heiligenrode sowie Groß Mackenstedt mit den Ortsteilen Moordeich und Varrel wurden zu einer Gemeinde zusammengeschlossen. Die alte Gemeinde Stuhr, die bis dahin dem Landkreis und Regierungsbezirk Oldenburg zugeordnet war, besaß als " Oldenburgische Einheitsgemeinde " mit den Ortsteilen Moordeich und Varrel die höchste Einwohnerzahl und durfte daher dem neuen Gemeindegebiet seinen Namen geben.

Will man die geschichtliche Entwicklung der Gemeinde Stuhr weiter als bis ins Jahr 1974 zurückverfolgen, ist sie gedanklich in ihre alten Ortsteile zu zerlegen. Generell läßt sich sagen, daß Brinkum der nachweislich älteste Ortsteil der Gemeinde ist. Er wurde im Jahre 1058 urkundlich als großer erzbischöflicher Hauptsitz erwähnt, der zu dieser Zeit bereits stark besiedelt war. In einer Urkunde König Heinrichs des IV. aus dem Jahre 1063 wird Brinkum "Brinscimisbroch" genannt.

Mehr als einhundert Jahre nach der ersten Erwähnung zählte das Brinkumer Gebiet zum unmittelbaren Hoheits- und Herrschaftsgebiet der Erzbischöfe von Bremen. Zunächst war es das Bruchhauser Grafengeschlecht, dem als Lehnsherren des Erzbischofs von Bremen bzw. des Kaisers Friedrich I. (Barbarossa) das Brinkumer Gebiet unterstand. Sie "regierten" bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts.

Die Herrschaft Alt-Bruchhausen wurde 1338 an die Grafen von Hoya verkauft. 1384 ging auch Neu-Bruchhausen und damit Brinkum in den Besitz der Grafen von Hoya über, deren letzter Nachkomme im Jahr 1526 starb. Von da an unterstand die gesamte Grafschaft Hoya mit Brinkum unmittelbar den welfischen Herzögen in Calenberg bzw. Celle und Hannover, die schon zuvor die Lehnshoheit vom Kaiser ertrotzt hatten. Ihre Herrschaft dauerte bis zum Ende des I. Weltkrieges. Nach dem Ende der Kaiser- und Fürstenhäuser in Deutschland war Brinkum ein Gemeinwesen in der Provinz Hannover bzw. im Bundesland Niedersachsen.

Der Ortsteil Groß Mackenstedt ist möglicherweise erheblich älter als Brinkum. Urkunden darüber existieren jedoch nicht. Laut "Rasteder Chronik" war das Gebiet um Heiligenrode und Mackenstedt schon zur Zeit der Sachsenkriege im 8. Jahrhundert besiedelt. Nachweislich taucht der Name "Mackenstedt" allerdings erst im Jahre 1171 auf. Obwohl das Kloster Heiligenrode schon im Jahre 1182 durch Friedrich von Mackenstedt gestiftet wurde, ist auch der Name Heiligenrode erst im Jahre 1189 als "Heiligenrodhe" urkundlich nachgewiesen.

Der Ortsteil Stuhr, dessen erste Siedler holländische Einwanderer waren, wird mit seiner Ortsgründung im Jahre 1171 erstmals dokumentiert und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. 1182 wurde Stuhr mit großen Teilen unter die Klosterrechte von Heiligenrode gestellt. Nach 1234 ging es in den Besitz der Grafen von Oldenburg bzw. derer von Delmenhorst über. Von 1482 bis 1547 gehörte Stuhr mit der Herrschaft Delmenhorst zu Münster. Graf Anton I. erobertete das Gebiet Delmenhorst zurück und Stuhr wurde "wedder Oldenborgisch". Moordeich entstand um 1600 und blieb immer unselbständiger Teil von Stuhr.

Historisch turbulent wurde es für Stuhr insbesondere ab Mitte des 17. Jahrhunderts: Nacheinander wurden die Stuhrer dänisch (1667), französisch (1679), schwedisch (1700), chur-hannoversch (1711), russisch (1773), britisch-hannoversch (1795) und 1811 noch einmal französisch. Ab 1815 gehörte Stuhr wieder und dann bis 1933 zu Oldenburg.

Im Zuge der damaligen Verwaltungsreform wurde Stuhr der Gemeinde Hasbergen im Landkreis Delmenhorst zugeordnet und zählte zum neugebildeten, ungeliebten "Oldenburg Bremen" mit einem "Reichsstatthalter". Nach dem II. Weltkrieg - genau seit dem 01. April 1948 - bis zur letzten Gemeindereform 1974 wurde das alte Stuhr noch einmal für 26 Jahre zur selbständigen Gemeinde.

Von Varrel ist bekannt, daß im Jahr 1381 dem Kloster Heiligenrode gestattet wurde, in "verlebrinc" eine Neusiedlung anzulegen. Seit dem Ende der Klosterherrschaft teilte Varrel einen Teil des Schicksals von Stuhr.

Die Ortsteile Fahrenhorst und Seckenhausen sind folgt man den Ausführungen der Chronisten - erst im 16. Jahrhundert entstanden. Während Fahrenhorst urkundlich bereits im Jahre 1530 Erwähnung findet, ist etwas über die Besiedlung des Gebietes von Seckenhausen erst in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts bekannt.

Seit dem 01. Januar 1992 ist die so entstandene Gemeinde Stuhr selbständige Gemeinde.

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