| Interessantes zu Wulfsburg |
Da Wulfsburg zu der Gemeinde Osterholz-Scharmbeck gehört, gebe ich hier die Informationen über die Gemeinde Osterholz-Scharmbeck wieder. Das anmutige Landschaftsbild des Stadtgebietes wird von dem welligen, durch kleine Talsenken unterbrochenen Höhenzug der Geest und dem weiten Urstromtal der Hamme geprägt. Seit wann die heutige Geest bewohnt ist, kann mit Bestimmtheit nicht gesagt werden; fest steht nur, dass sie bereits seit Jahrtausenden den Menschen als Lebensraum dient. Von dieser dauernden Besiedlung seit der jüngeren Steinzeit zeugt das große Steingrab an der Osterholzer Straße. Eine erhebliche Anzahl von Hügelgräbern und sonstige Urnenfunde bestätigen, dass auch die Menschen der nachfolgenden Bronze- und Eisenzeit hier ihre Wohnstätten hatten. Die ersten urkundlichen Nachweise über ein Teilgebiet der jetzigen Stadt, nämlich Scharmbeck ("Scirnbeci"), stammen aus dem Jahr 1043. Im Jahr 1233 wird erstmalig der Name Sandbeck genannt. Das aus dem Jahr 1575 stammende Gutshaus mit späterer Großer und Kleiner Scheune hat die Stadt erworben, um es der Nachwelt als kulturhistorische Stätte zu erhalten. Die Urzelle des heutigen Stadtteils Osterholz war das 1182 gegründete Benediktinerinnenkloster, welches bis 1650 bestand. Erhalten sind die als romanische Basilika erbaute Klosterkirche und das 1562 entstandene jetzige Gemeindehaus. Reformation und Gegenreformation waren auch für diese beiden Orte bewegte Zeiten. Der Bremer erzbischöflichen Zeit folgte 1648 die schwedische Regierung bis zum Jahre 1715. Osterholz war mehr als 30 Jahre eine kleine schwedische Residenz und in erster Linie ein Verwaltungsort. Scharmbeck entwickelte sich dagegen zum Mittelpunkt des Handwerks, Gewerbes und Handels. Besondere Bedeutung erlangte die 1581 gegründete Tuchmacherzunft, die mehr als 300 Jahre bestand und erst 1903 aufgelöst wurde. Der seit 1692 abgehaltene Scharmbecker Markt belebte viele Jahrzehnte den Handel. Nach einer Flaute in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelte er sich zu einem der bedeutendsten Viehmärkte des nordwestdeutschen Raumes. Der "Scharmbecker Herbstmarkt" - inzwischen ein allgemeines Volksfest - ist auch heute noch ein Begriff für die Bevölkerung des unteren Weserraumes. Im 19. Jahrhundert, etwa mit der Eröffnung der Eisenbahn Bremen-Geestendorf - heute Bremerhaven - 1862. nahmen die Orte durch die Ansiedlung wichtiger Gewerbe- und Industriezweige (Zigarrenherstellung, Eisengießerei, Schiffswerft, Reiswerke) wirtschaftlichen Aufschwung. Die Bahnstation "Osterholz-Scharmbeck" gibt es zwar seit Bestehen der Strecke Bremen-Geestendorf, tatsächlich handelte es sich bei "Osterholz-Scharmbeck" jedoch bis 1927 um zwei selbständige Fleckengemeinden. Der Zusammenschluss ging nicht ohne Schwierigkeiten vor sich, denn in einem Volksentscheid hatte die Mehrzahl der Osterholzer Bürger eine freiwillige Vereinigung von Osterholz und Scharmbeck abgelehnt. Auf der Grundlage weiterer Verhandlungen des Fleckenausschusses Osterholz und eines Gutachtens des Bezirksausschusses Stade beschloss der Preußische Landtag schließlich per Gesetz vom 24. Mai 1927, dass mit sofortiger Wirkung die beiden Fleckengemeinden Osterholz und Scharmbeck sowie die Landgemeinden Ahrensfelde, Bargten und Sandbeckerbruch zur vergrößerten Fleckengemeinde Osterholz-Scharmbeck vereinigt wurden. Nach etwas mehr als 2 Jahren, am 25. Oktober 1929, verlieh das Preußische Staatsministerium dann der Gemeinde Osterholz-Scharmbeck die Stadtrechte. Durch Erlass des Oberpräsidenten vom 29. September 1936 wurden die Gemeinden Buschhausen, Lintel, Westerbeck und ein Teil von Hülseberg nach Osterholz-Scharmbeck eingegliedert. Fast 40 Jahre bildeten die vorerwähnten Ortsteile das Stadtgebiet. Die Einwohnerzahl erhöhte sich ständig und betrug 1939 rund 7.500. Von äußeren Kriegseinwirkungen nahezu verschont geblieben, wurde Osterholz-Scharmbeck in den Jahren 1942 bis 1946 für mehr als 5.000 Bombengeschädigte aus Bremen sowie Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten eine neue Heimat; die Einwohnerzahl wuchs sprunghaft auf rund 12.500, bis 1974 dann auf etwa 15.500. Durch die Neugliederung der Gemeinden im Raum Osterholz/Wesermünde wurden diese Verhältnisse abermals geändert. Der Niedersächsische Landtag beschloss am 13. Juni 1973 ein Gesetz, nach dem mit Wirkung vom 1. März 1974 die Gemeinden Garlstedt, Heilshorn, Hülseberg, Ohlenstedt, Pennigbüttel, Sandhausen, Scharmbeckstotel, Teufelsmoor und der größte Teil der Gemeinde Freißenbüttel in die Stadt Osterholz-Scharmbeck eingegliedert wurden. Das so entstandene Stadtgebiet erreichte dadurch eine Fläche von annähernd 147 qkm und hat heute eine Einwohnerzahl von rund 32.000. Um den Innenstadtbereich noch "wohnlicher" und als aufnahmefähiges Zentrum zu gestalten, wurde in den 70er und 80er Jahren rund um die St.-Willehadi-Kirche in Scharmbeck ein verkehrsberuhigter Fußgänger- und Einkaufsbereich gestaltet. Durch behutsame Sanierungsmaßnahmen wurde erreicht, dass neue wie alte Bauwerke und großzügige Grünanlagen eine harmonische Stadtmitte bilden, die die Bedürfnisse von über 100.000 Menschen im Einzugsbereich Osterholz-Scharmbecks berücksichtigt. Große Bedeutung haben die landschaftlich reizvollen Außenbezirke der Stadt für die eigene Bevölkerung, aber auch für die benachbarte Großstadt Bremen als Naherholungsgebiet. Die welligen Geesthügel mit Kiefern- und Laubwäldern, Heideflächen und Sandwegen sowie die weiten Niederungen der Hammewiesen und die riesigen Flächen des Teufelsmoores laden zu jeder Jahreszeit zu ausgiebigen Spaziergängen ein. Campingplätze an den Baggerseen in Ohlenstedt und an der Hamme im Teufelsmoor dienen jährlich vielen Naturfreunden zur Entspannung und Erholung. |





